Bau- und Ingenieursvermessung

Absteckung eines Wohnhauses

Zu Beginn und ggfs. während des Baus wird mit einer Absteckung das geplante Bauobjekt in Lage und Höhe aufs Grundstück übertragen. Bezugspunkte sind geplante Abstände zu Grenzen und geplante oder vorhandene Straßenhöhen. Die Anzeige erfolgt durch Nägel auf bauseits erstellte Schnurgerüste.

Vorteile einer Absteckung

Als Bauherr versucht man alle Kosten möglichst niedrig zu halten. Natürlich gehören dazu auch die Kosten für die Absteckung des Gebäudes. Bevor Sie aber die Vermessung ihres geplanten Gebäudes in Eigenregie vornehmen oder es einfach dem Bauunternehmer überlassen beachten Sie die Vorteile einer fachmännischen Vermessung:

  • Vor Ort werden die geplanten Grenzabstände zuverlässig übertragen. Grenzpunkte und -linien werden von einem öffentlich bestellten Vermessungsbüro nach Katasterangaben hergestellt. Dadurch ist gewährleistet, dass die „richtigen“ Grenzpunkte und keine zufällig vorgefundenen bzw. schief und falsch sitzenden Grenzpunkte als Bezugspunkt genommen werden.
  • Das geplante Objekt wird in seiner richtigen Geometrie zuverlässig und mit Gewährleistung in die Örtlichkeit übertragen.
  • Bei Grenzbebauung bleibt der Nachbarschaftsfrieden erhalten. Es wird weder überbaut noch „verschenken“ Sie Platz, bzw. bringen Ihren Nachbarn später in die Verlegenheit beim Anbau an Ihre Grenzwand unnötig viel Luftraum zu lassen oder selber zu überbauen.
  • Durch sinnvolle Höhenangaben wird ihr Haus weder zu hoch noch zu niedrig gebaut. Ferner erhalten Sie die Möglichkeit ihre Zuwegung -auch ohne das die anliegende Straße fertig ausgebaut ist- möglichst weit fertigzustellen.
Einzelschritte der Absteckung
    • Vermessungsunterlagen sind beim Katasteramt zu besorgen und datentechnisch aufzubereiten, um später den Grenzbezug zu realisieren.
    • Aktuelle Ausführungspläne – möglichst als CAD-Datei – sind zu beschaffen.
    • Die abzusteckenden Achsen sind gemeinsam mit dem Bauleiter festzulegen und datentechnisch für den vermessungstechnischen Außendienst vorzubereiten.
    • Mit Planverfasser und Bauleiter ist die Feinabstimmung über Zwangsmaße vorzunehmen.

Je nach Qualität der Daten, Unterlagen und Komplexität sind 2 bis 5 Tage bürointerne Vorbereitungszeit einzukalkulieren.
Die örtlichen Arbeiten beginnen oft mit der katastertechnischen Untersuchung derjenigen Grenzen, die für die Einpassung der Geometrie von Bedeutung sind. Für diese Arbeiten sind allein die Mitarbeiter des Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs qualifiziert.

An dieser Stelle weise ich auf die Beurteilung von Haftpflichtversicherern hin, dass Bauunternehmen im Regelfall für die katastertechnischen Grenzuntersuchungen in keiner Weise qualifiziert sind und daher die Versicherungsgesellschaften die Schadensregulierungen von unsachgemäßen Grenzuntersuchungen durch Bauunternehmen ablehnen.

Nach der katastertechnischen Grenzuntersuchung werden die Achsen über je 2 Achspunkte auf das bauseitig vorbereitete Schnurgerüst abgesteckt und mit Nägeln markiert. Bei versiegelter Oberfläche werden die abgesteckten Achspunkte mit Nägeln, Bolzen oder Flexzeichen markiert. Ist eine größere Zerstörungsgefahr der Zeichen offensichtlich, stecken meine Mitarbeiter auch weiter außerhalb zusätzliche Achspunkte ab.

Nachdem alle abgesteckten Achspunkte markiert sind, werden sie kontrolliert aufgemessen. Über die Absteckung führt der leitende Mitarbeiter ein unmaßstäbliches Absteckungsprotokoll. In ihm werden dokumentiert:

  • die Ergebnisse der Grenzuntersuchung,
  • andere für die Einpassung der Geometrie wichtige Objektpunkte,
  • maßliche und geometrische Zwangsbedingungen (z.B. rechter Winkel, Parallelität) der Geometrieeinpassung,
  • die abgesteckten Achsen mitsamt Achsbezeichnungen, ggf. Achsmaßen, Markierungszeichen der Achspunkte,
  • die Höhenangaben von Höhenpunkten,
  • ggf. das Festpunktfeld mit seinen Marken,
  • Lagebezeichnung und Nordpfeil zur groben Orientierung
  • die Bezeichnungen der der Absteckung zugrunde liegenden Bauzeichnungen mitsamt Aktualitätsdatum sowie anderen Angaben (z.B. mündliche Absprachen mit dem Bauleiter vor Ort).

Im Zuge der bürointernen Nachbearbeitung wird das Aufmass der Achspunktmarkierungen ausgewertet und mit Sollkoordinaten gegen geprüft. Es wird auch geprüft, ob die vorgegebenen Zwangsbedingungen zur Geometrieeinpassung eingehalten wurden. Das geprüfte und ausgearbeitete Absteckungsprotokoll wird möglichst innerhalb von 24 Stunden nach örtlicher Absteckung zur Freigabe der Absteckung an Bauleiter und Planverfasser versandt. Diese haben dann die Aktualität der zugrunde liegenden Bauzeichnungen sowie mündliche Absprachen auf der Baustelle zu prüfen.

Soll das Stützraster eines vorhandenen Gebäudes für einen neuen Anbau berücksichtigt werden, reichen erfahrungsgemäß die alten Bauzeichnungen in der Zuverlässigkeit nicht aus. Daher messen im Vorfeld meine Mitarbeiter die vorhandenen Stützen im Anschlussbereich exakt auf, um eine Feinanpassung des neuen Stützachsrasters zu ermöglichen.

BAUBEGLEITENDE VERMESSUNG

In Nordrhein-Westfalen und speziell in Münster wurden von unserem Büro erfolgreich viele Großprojekte vermessungstechnisch betreut. Als kleine, aktuelle Auswahl in Münsters Innenstadt zählen dazu die Einkaufszentren der Münster-Arkaden und der neuen Stubengassen-Bebauung, das Hanse-Carree, der Kettelersche Hof und die Bebauung am Alten Fischmarkt. Nachfolgend eine kurze Beschreibung unserer vermessungstechnischen Dienstleistungen von der Baugrube bis zur Fassade.

Grobabsteckung

In einer Grobabsteckung mit Genauigkeiten zwischen 3-10 cm werden die Außenecken eines geplanten Gebäudes oder eines Untergeschosses angegeben. Zudem wird eine Höhe (Bolzen, Meterriss) festgelegt.

Diese Angaben dienen z.B. für

  • bauvorbereitende Arbeiten (Container- und Kranstandort)
  • Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes
  • Ausschachtungsarbeiten
  • Erstellen erster Spundwände usw.
Feinabsteckung

Bei größeren Bauvorhaben wird - ähnlich der Absteckung eines Einfamilienhauses - die Geometrie eines geplanten Objektes mittels Schnurgerüst, Bolzen oder sonstige Vermarkungen aufs Grundstück übertragen. Abgesteckt werden Achsen, Grenzen oder besonders bei verwinkelten oder runden Bauten auch Einzelpunkte für Ankerpunkte, Aufzüge, Radien oder ähnliches.

Fassadenabsteckung

Nach Erstellung des Rohbaus arbeiten verschiedene Gewerke (Fenster-, Türen-, und Fassadenbauer gleichzeitig an der Erstellung der Außenhülle). Dazu werden bei der Fassadenvermessung mit hoher Genauigkeit Achsen und Höhen am Bauwerk vorgegeben, die einen reibungs- und nahtlosen Arbeitsverlauf und eine einheitliche Vorgehensweise ermöglichen.

Meterrisse

Eine verbindliche Höhenangabe durch Meterrisse in den einzelnen Geschossen garantiert allen Gewerken den passgenauen Einbau aller Einzelelemente. In der Regel erfolgt die Anzeige durch gedübelte Meterrissmarken genau 1,00m über die geplante Fertigfußbodenhöhe (OKFF).

Bauüberwachung

Bauvorhaben mit einem oder mehreren Untergeschossen in dichter Nachbarschaft zu bestehenden Gebäuden riskieren Bauschäden durch Setzungen oder Verformungen an den Nachbargebäuden. Besteht diese Gefahr werden schon vor Aushub der Baugrube oder Setzen der ersten Bohrpfähle Sicherungspunkte an den Nachbargebäuden gesetzt, eingemessen und während und nach dem Bau überwacht.

Die einfachste Methode ist die Überwachung der Veränderungen in der Höhe durch eine Setzungsmessung. Höhenbolzen an den Nachbargebäuden werden dazu regelmäßig durch ein Feinnivellement auf Höhenbewegungen im mm-Bereich untersucht. Durch Fluchtungsmessungen (Alignement bei Fluchtungsvermessungen) werden Kippungen bestehender Gebäude festgestellt. Zum Erfassen dieser Bewegungen wird ein hochgenaues Vermessungsnetz eingerichtet.

Mengen- und Volumenermittlung

Für alle Tiefbaumaßnahmen konstruieren wir aus Geländeaufnahmen digitale Geländemodelle. Aus diesen Modellen ermitteln wir:

  • Volumenermittlungen mittels Prismenmethode, z.B. Auf- und Abtrag von Baugelände,
  • Oberflächenermittlungen,
  • Generierung von Längs- und Querprofilen.

Wir arbeiten mit der neuesten Version von Autodesk Civil 3D.

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